Klassische Homöopathie, was ist das?

Es ist doch recht erstaunlich, wie viele Menschen
Patienten, Pflegepersonal, Heilberufler und auch Ärzte eingeschlossen – das Heilprinzip der klassich homöopathischen Heilweise mit seiner methodisch präzisen Ausübung noch nicht kennen. Sicher, gehört hat man das schon einmal, dass die „Chügeli“ dem einen oder anderen geholfen haben. Meist heisst es dann „nützts nüt, so schadets nüt“ oder „man müsse halt daran glauben“.

Was die wenigsten jedoch wissen, die Ausbildung zum Homöopathen ist sehr umfangreich und zeitaufwendig. Die Ausübung letztlich erfordert  eine gute Beobachtungsgabe, den sogenannten klinischen Blick, der ebenso in der Allgemeinmedizin unabdingbar ist und die Fähigkeit zuzuhören und genau hinzuhören, denn die Anamnese (Krankengeschichte) ist für den Homöopathen die Grundlage für seine Arzneimittelfindung. Aus den mehr als 500 Arzneisubstanzen, die heutzutage homöopathisch zur Verfügung stehen, genau das Passende für seinen Patienten zu finden und dann noch in der richtigen „Potenz“ (Arzneiverdünnung) und Menge, welche einzunehmen ist, dies ist die „Kunst“ homöopathisch zu heilen. Der Begründer der klassichen Homöopathie, Dr. Christian Samuel Hahnemann (1755-1843), hinterliess uns ein grosses Vermächtnis mit genauen Angaben zur Methode der klassichen Homöopathie, als auch die exakte Herstellung der homöopathischen Medizin, die bis heute unverändert nach seinen Vorgaben eingehalten wird.

Alle von Hahnemann und seinen Schülern, resp. Nachfolgern, bis heute gefundenen Heilmittel entstammen der Natur und wurden stets auf freiwilliger Basis natürlich immer wieder am gesunden Menschen geprüft. Nebenbei bemerkt gehört mindestens eine Arzneimittelprüfung sozusagen am eigenen Leibe bei jeder Ausbildung zum Homöopathen zum Standard dazu! Tierversuche waren und sind bis heute in diesem Zusammenhang nicht nötig. Natürlich wurden die zum Teil hochgiftigen Substanzen, wie z.B. Nachtschattengewächse, sehr, sehr hoch verdünnt, damit sie keine schädliche Wirkung im Organismus erzielen. Das war beispielsweise bereits lange vorher schon bekannt: „…die Dosis macht das Gift…“ (Paracelsus). Hierbei sind die Verdünnungen so hoch, dass mit derzeitigen wissenschaftlich, etablierten Methoden keine Wirksubstanz mehr nachgewiesen werden kann. Dies bedeutet aber lediglich, dass unsere Nachweismethoden in diesem Bereich zu grob sind und versagen. Empirisch, also erfahrungsgemäss, ist die Wirkung der homöopathischen Mittel ohne Zweifel in der Praxis erprobt. Meiner Meinung nach wäre auch eine Methode, deren Wirkung ausbliebe, nach mittlerweile über 200 Jahren längst vergessen. Dr. Hahnemann fand heraus, dass die am gesunden Menschen geprüften  Arzneiwirkungen, bei kranken Menschen mit ähnlichen Symptomen, durch die Arznei geheilt werden können. Dies setzt eben die genaue Kenntnis der Wirkung der Arzneien voraus, sowie die genaue Beobachtungsgabe der beim Patienten vorliegenden Krankheitssymptome. Ein Beispiel aus der Praxis soll dies veranschaulichen. Jeder hatte schon mal einen "Pfnüsel". Waren die Symptome des Fliessschnupfens, auch allergisch bedingt, mit reichlich wässrigem, wundmachendem Nasenfluss und Augentränen mit mildem Tränenfluss, der sich im warmem Zimmer verschlimmert und sich in der frischen, kühlen Luft verbessert? Dann kommt einem die Wirkung der einheimischen Küchenzwiebel in den Sinn, wenn wir sie in der Küche schneiden. Es tropft bald die Nase, es brennen und tränen die Augen, sodass wir das Fenster weit öffnen und durch die kühle frische Luft alles besser wird.      

Wenn solch ein Schnupfen mit diesen speziellen Begleitsymptomen vorhanden ist, denkt der
Homöopath
an die Arzneiwirkung der Zwiebel (Allium cepa). Falls dann noch weitere Symptome ...            >>>